Passe ich noch zu meinem Job?

14 Jul, 2021 | Experten

So oft erlebe ich das in meinem Joballtag: da sitzen Frauen mit gewaltigem, beeindruckendem Werdegang vor mir und fragen sich nach der Geburt ihres Kindes, ob sie in einer eigenen Yogaschule vielleicht besser aufgehoben wären.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Nichts spricht dagegen, dass man umdenkt oder nicht auch als Mutter eine Yogaschule eröffnet. So ein einschneidender Wendepunkt im Leben verändert uns und unseren Blick auf die Dinge. Wir hinterfragen uns, blicken zurück auf das, was wir gestern waren und fragen, wer wir morgen sein könnten. Das Muttersein katapultiert uns erst einmal in eine Blase. Unsere Welt wird in Pastell getaucht. Im Laufe dieser Metamorphose gelangen viele Frauen zu der Erkenntnis, dass der alte Job nichts mit dem neuen Leben zu tun hat: zu hart, zu tough, zu dunkelblau. Da liegt der Schritt doch nahe, den beruflichen Anker in der neuen Lebenswelt auszuwerfen. Das sind die Momente, in denen ich wachsam werde. Allen Frauen, die mit so einem Anliegen zu mir kommen, empfehle ich erstmal, das eigene Profil mit möglichst klarem Blick auf den Prüfstand zu stellen.

Wer bin ich denn im Beruflichen? Wofür brenne ich? Wo liegen meine Stärken? Und wo die Schwächen? Warum und womit bin ich bis hierher gekommen? Es ist vollkommen normal, dass viele an dieser Stelle den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen. Aber dafür bin ich ja da. Und wie oft muss ich bei ersten Treffen dagegen an arbeiten, dass all diese tollen Frauen wie von selbst zur festen, falschen Überzeugung gelangt sind: Ich kann leider nichts. Genauer gesagt: gar nichts. (Dieses eher weibliche Phänomen hat übrigens einen Namen: Impostor-Syndrom. Damit werde ich mich in einer der nächsten Kolumnen noch mal genauer beschäftigen.) Vermeintliches Nichtskönnen macht uns bei WORKS erst richtig neugierig. Weil wir noch nie erlebt haben, dass es stimmt. Wir bieten an dieser Stelle den strukturierten Blick von außen, Leitplanken zur Neuorientierung, zur Entfaltung der alten und neu- en Stärken. Wie in unserem Logo, das ganz bewusst an ein buntes Kaleidoskop erinnert, setzen wir die vorhandenen Fragmente neu zusammen, legen verschüttete, vergessene Fähigkeiten wieder frei und heben sie rüber in die Gegen- wart. Die Markenstrategie, mit der wir arbeiten, bietet uns da einen bunten Werkzeugkasten zur Selbstinspektion. Das ist mein Job, dabei helfe ich. Zu alldem gelangen wir in engem Sparring und in sehr diversen Teams. Eine BWLerin be- kommt von uns auch gern mal einen Kreativstrategen an die Seite gestellt, eine Gestalterin die Unternehmensberaterin. So verändern wir den Blickwinkel, gelangen Schritt für Schritt zu einer neuen Positionierung und sehen wieder klar: Vor allem das, was die Kundin kann.

Ich freue mich, liebe Liz & Lou-Leserinnen, Sie in den folgenden Ausgaben im Beruflichen zu inspirieren und vielleicht sogar begleiten zu dürfen. Wie ist es gerade bei Ihnen: Suchen Sie voller Energie nach Plan B? Oder ist die Angst größer als der Mut? Schicken Sie mir Ihre Fragen – ich freue mich sehr darauf! boeckeler@works-munich.de

Ihre Sandra Böckeler www.works-munich.de

MUNICH Sandra Böckeler gründete WORKS und lebt mit Mann, Kind und Kater in München und am Bodensee. Zuvor war sie Marketingleitung der Porzellan Manufaktur Nymphenburg und des Condé Nast-Magazins AD Architectural Digest. Aber auch an verschiedensten Positionen der Agenturwelt, im Ausland und im Fußballgeschäft

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