FAMILIE, TREUE UND INFLATION …

11 Jun, 2022 | Experten, News

Seit fast einem Jahr schreibt Adrian Vogel, CEO von littlehipstar.com über Themen in Liz & Lou, die ihn und uns bewegen. Das Thema der aktuellen Ausgabe: Wie die hohe Inflationsrate das Leben von Familien beeinflusst.

Die Idee für diese Kolumne kam mir, als wir im Team darüber sprachen, warum dieses Jahr nachhaltige premium Kinderkleidung „so schlecht läuft“. Klar – Inflation, Energiepreise und der Ukraine Krieg  waren schnell als Gründe ausgemacht und das stimmt auch. Aber was passiert eigentlich bei uns im Kopf und mit unserem Verhalten, wenn die Preise für Energie und Nahrungsmittelpreise so drastisch steigen wie das letzte Mal vor 40 Jahren?

Die Meinung, dass wir Deutschen im Krise-Schreien gefühlte Spitzenreiter sind, ist weit verbreitet. Unsere Geschichte, so scheint es, hat uns zu chronischen Angsthasen gemacht. Sobald eine Wolke am Himmel steht, machen wir uns Sorgen. Was mit Sicherheit ein natürlicher, menschlicher Instinkt ist (unser Gehirn ist nach wie vor evolutionär darauf  programmiert, dass nächste Problem zu antizipieren und sich nicht entspannt zurückzulegen) wird von täglichen Inflations-Meldungen noch zusätzlich befeuert. Angst und Unsicherheit machen Auflage.

Bei der Recherche zu diesem Artikel merkte ich dann aber schnell, dass die Realität für Familien deutlich schwieriger ist, als wir annehmen. Gerade in einer Stadt wie München, in der die Miete schon deutlich mehr vom Einkommen ausmacht als anderswo, kommt jetzt eine weitere Belastung dazu. So lag die haushaltsspezifische Inflationsrate im März 2022 für ein Paar mit 2 Kindern und einem Nettohaushaltseinkommen von 2000-2600€ mit 7,9% bei weitem am höchsten.

Zu der finanziellen Belastung kommt nach 2 Jahren Pandemie auch noch die psychische hinzu. Angst und Unsicherheit sind in diesem Kontext durchaus berechtigt und sehr nachvollziehbar. 2 Jahre konnten wir uns nicht immer frei bewegen. Urlaub, Restaurantbesuche und andere Erlebnisse waren stark eingeschränkt. Ausgerechnet jetzt – wo wir wieder aus dem Vollen schöpfen könnten, kommen Inflation und Unsicherheit.

Diese Entwicklung trifft Familien besonders hart und ändert das Konsumverhalten deutlich. Wir bei littlehipstar merken das vor allem daran, wie Eltern ihre Prioritäten setzen und welche Dinge sie nicht mehr kaufen. In unserem Fall ist das unter anderem nachhaltige premium Kinderkleidung. Im Gespräch mit unseren Kunden merkte ich aber, dass sie trotz all diesen Faktoren weiter Wert auf verantwortungsvoll produzierte Premium-Mode legen. Diese aber jetzt vor allem reduziert einkaufen oder es tut auch ein Teil der Sommersaison 2021. Wir merken zudem das mehr oder weniger unsere gesamte Konkurrenz mit einer Rabattaktion nach der anderen lockt und Kunden notgedrungen dies jetzt noch deutlich mehr wahrnehmen als zuvor. Eine Entwicklung die wir nicht befürworten können, die Indiz dafür ist, dass viel zu viel Ware eingekauft wurde und diese jetzt liquidiert werden muss – koste es was es wolle.

Mein Team und ich haben uns entschlossen nicht einfach Produkte billiger zu machen und eine Rabattschlacht nach der anderen zu veranstalten, sondern Loyalität zu belohnen. Wer uns als mittelständischen eCommerce-Unternehmen mit über 18 MitarbeiterInnen (davon 13 Mamis) in diesen Zeiten die Treue hält wird bei jedem Einkauf belohnt. Zusammen sind wir stärker und werden auch diese Herausforderung meistern.

 

 

 

 

Das könnte dich auch interessieren

Weihnachten auf italienisch …

Weihnachten auf italienisch …

Weihnachten steht in Italien, wie auch bei uns, ganz im Zeichen der Familie. In der Vorweihnachtszeit wird die Krippe aufgestellt, die Städte und Gemeinden mit...