Die Erkältungssaison beginnt nicht erst mit dem ersten Schnupfen. Wer gut durch Herbst und Winter kommen möchte, kann schon vorher einiges tun. Carolin Otzelberger, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin und Expertin für Female Health, funktionelle Blutanalytik und Prävention, erklärt, welche Nährstoffe jetzt eine Rolle spielen, warum Supplements nicht nach dem Gießkannenprinzip eingenommen werden sollten – und weshalb ihr persönlicher Immun-Tipp überhaupt nichts kostet.
Carolin, was machen viele von uns mit Blick auf die Erkältungszeit falsch?
Viele werden erst aktiv, wenn die Grippe- und Erkältungswelle bereits rollt. Dann ist das Kind im Grunde schon in den Brunnen gefallen. Viel smarter ist es, bereits jetzt etwas für ein robustes Immunsystem zu tun und den Körper gut auf die kommenden Monate vorzubereiten.
Was braucht unser Immunsystem, um gut arbeiten zu können?
Eine gute Nährstoffversorgung ist eine wichtige Grundlage. Besonders im Blick haben sollte man Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Selen. Aber auch eine ausreichende Eiweißversorgung ist wichtig.
Dabei gilt für mich ganz klar: nicht einfach blind supplementieren. Idealerweise schaut man sich zunächst den persönlichen Bedarf an – zum Beispiel mithilfe einer funktionellen Blutanalyse – und ergänzt anschließend gezielt das, was tatsächlich benötigt wird.
Heißt das, die klassischen „Immun-Supplements“ aus der Drogerie sind nicht unbedingt die beste Lösung?
Ich würde Nahrungsergänzungsmittel nicht allein danach auswählen, was gerade besonders präsent oder günstig verfügbar ist. Entscheidend sind Qualität und eine sinnvolle Dosierung. Ich empfehle, auf hochwertige Präparate zu setzen und bevorzuge Hersteller aus dem deutschsprachigen Raum, die transparent arbeiten und aktuelle Analysezertifikate für ihre Produkte vorweisen können.
Und was ist dein persönlicher Geheimtipp für ein starkes Immunsystem im Winter?
So viel Zeit wie möglich draußen verbringen! Spazierengehen, Radfahren, Wandern, Ski- oder Langlaufen – ganz egal und am besten bei jedem Wetter.
Damit schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen setzen wir unseren Körper Kältereizen aus, zum anderen bekommen wir natürliches Licht. Und davon gibt es draußen selbst an einem grauen, bewölkten Tag deutlich mehr als bei künstlicher Beleuchtung in unseren Wohnungen und Büros.
Wenn du uns also nur einen Rat für einen möglichst gesunden Start in den Winter mitgeben dürftest?
Nicht warten, bis die erste Erkältung da ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigene Nährstoffversorgung im Blick zu haben, mögliche Defizite gezielt anzugehen – und gleichzeitig die einfachsten Dinge nicht zu vergessen: rausgehen, bewegen und möglichst viel natürliches Licht tanken.



