Kommunikation ist alles oder die gefühlte Wahrheit von Mama und Papa

26 Sep, 2022 | Experten, News

Unser langjähriger Kolumnist Adrian Vogel ist Co-Founder des Onlineshops littlehipstar. In seiner aktuellen Kolumne macht er sich Gedanken zum Familienleben

Vorweg: Ich habe keine Kinder – wieso schreibe ich hier eigentlich? Bei littlehipstar beschäftige ich mich seit 8 Jahren mit den Bedürfnissen und Herausforderungen deutscher Familien. Bei uns arbeiten fast ausschließlich Mütter. Das bringt eine interessante Perspektive mit sich. Ich maße mir nicht an, Ratschläge zu geben, teile aber gerne meine Beobachtungen und hoffe, dass sie für Euch interessant sind und Ihr Euch ab und zu wiedererkennt.

Zusätzlich machen wir gerne Studien und befragen Eltern dazu, was sie bewegt. In unserer jüngsten haben wir Mütter und Väter die gleichen Fragen gestellt und die Ergebnisse hinterher verglichen. Eine Art empfundener Wahrheits-Check.
Wie viel findet Papa, dass er sich bei verschiedenen Themen einbringt und deckt sich das mit der Wahrnehmung von Mama? Vorweg: Es deckt sich nicht, ob beim Essen, dem Haushalt oder der Kindererziehung. Und leider ist auch zu erwähnen, dass in den historisch geprägten Bereichen Haushalt und Kochen die Diskrepanz  am größten ausfiel – ein Indikator, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben.
Fast die Hälfte (47%) der Papas ist der Auffassung, sie würden sich zu gleichen Teilen mit Mama um den Haushalt kümmern. Weniger als ein Drittel (27%) der Mama sieht das auch so. Fast 60% (!) der Väter meint, einen ausgeglichenen Anteil an der Kindererziehung zu haben. Gerade einmal die Hälfte der Mütter (30%) empfinden das es so ist.
Woher kommt das? „Gefühlte Wahrheit“ ist kein neues Phänomen, gerade zwischen Mann und Frau. Unsere Gehirne verarbeiten und priorisieren Informationen unterschiedlich; wir bedienen uns unterschiedlicher Denkmuster; von Kindheit an spielen und kommunizieren wir unterschiedlich. Und das ist gut so!
Im Familien-Alltag birgt dies allerdings Konfliktpotential. Wenn der Eine empfindet, er mache einen guten Job und beteilige sich viel an wichtigen Aufgaben und der andere das nicht so sieht. Dabei macht es selten einen Unterschied, ob dies eine vereinbarte Aufteilung ist oder nicht. Wir alle benötigen Anerkennung und Wertschätzung von unseren Partnern, ob Eltern oder nicht.
Eine Sache, die mir in meinem Umfeld auffällt: Entspannte und eingespielte Elternpaare scheinen viel und klar miteinander zu kommunizieren. Sie versichern sich den Erwartungen und gefühlten Realitäten des Partners. Es wird viel Wert auf Routinen gelegt und von ihnen nur in absoluten Ausnahmen abgewichen. Routinen sind für unser Gehirn die entspannteste Form mit stressvollen, wiederkehrenden Aufgaben umzugehen und auch an Dingen, die wir nicht mögen, dran zu bleiben. Beispiele sind Hausaufgaben und Bettzeiten, aber auch Essens- und Freizeit. In einer gewissen Weise sind Routinen und Rituale ein Weg, klare und berechenbare Erwartungen für alle in der Familie zu schaffen. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich in dieser Hinsicht viel von meiner Geschäftspartnerin Ceyda gelernt. Seit wir unsere Firma gegründet haben, lebe ich wochenweise mit ihr, ihrem Mann Kurt und ihren zwei Söhnen zusammen und bin ein regelmäßiger Bestandteil des Familienlebens. Eine wunderbare Erfahrung, für die ich ihr sehr dankbar bin.
Heute Abend ist wieder Grillhendl-Dienstag. Und auch nach zehn Jahren freut sich jeder wie ein Kind auf dieses Ritual.

 

 

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